Schulterfreiheit: Das klingt kompliziert, ist es aber nicht

Wir haben es alle schon erlebt: ein Sattel, der auf den ersten Blick gut zu liegen scheint: gerade auf dem Rücken, schön ausbalanciert. Aber sobald Sie anfangen zu reiten, fängt er an, sich zu verkrampfen. Oder noch schlimmer: Der Sattel rutscht langsam aber sicher nach vorne, in Richtung der Schulterblätter. Und ehe Sie sich versehen, sitzen Sie mehr auf den Schultern als auf dem Rücken.

Die Lösung? Sie schien offensichtlich:
“Wir müssen für mehr Schulterfreiheit sorgen!”

Und dann folgt eine Suche nach Lösungen. Raum zurückschneiden. Kurze Baumspitzen. Zusätzlicher Platz an der Vorderseite. Den Sattel breiter machen. Ein Fell dazwischen. Vielleicht sogar ein anatomischer Sattelgurt. Alles, um diese ‘Freiheit’ zu schaffen.

Aber was verstehen wir eigentlich unter Schulterfreiheit?

Freiheit beginnt mit: einem Sattel, der bleibt, wo er hingehört

Ein Sattel sollte hinter der Schulter liegen. Nicht auf ihr und nicht vor ihr. Und ein Pferd verdient einen Sattel, der während der Bewegung an dieser Stelle bleibt.

Dies wird nur gelingen, wenn alle Teile stimmen:

  • einen Baum, der der Form des Rückens entspricht
  • eine Baumgröße, die der Breite des Pferdes entspricht
  • ein Kissenkanal und eine Zwirnbreite, die zum Pferd passen
  • Kissen für den Baum und den Pferderücken
  • und ein Gurtsystem, das den Sattel an Ort und Stelle hält, ohne Spannungen zu verursachen
  • und ein Pferd, das körperlich in der Lage ist, den Sattel gut zu tragen (ohne Kompensationsmuster aufgrund von z.B. Hals-, Rücken- oder Hinterhandproblemen)

Wenn das alles richtig ist? Dann muss nichts “bereinigt” werden, denn es ist genau richtig.

Warum gehen die Dinge dann immer noch so oft schief?

In der Praxis sehen wir ungefähr drei häufige Ursachen:

  1. Der Sattel passt nicht (mehr)
    Manchmal ist der Sattelbaum zu schmal oder zu breit. Oder die Baumform passt nicht zum Rücken. Die Polsterung ist falsch, oder das Gurtsystem zieht den Sattel schief. Das Ergebnis: Der Sattel hängt durch oder rutscht und kommt an der Schulter zum Liegen.
  2. Das Pferd hat sich verändert
    Pferde entwickeln sich weiter. Aber der Sattel bleibt oft derselbe. Was einmal perfekt saß, kann Wochen oder Monate später klemmen oder rutschen. Regelmäßige Kontrollen und Anpassungen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
  3. Falsche Design-Annahmen
    Um Schulterfreiheit zu schaffen, werden oft zurückgeschnittene oder kürzere Baumpunkte oder eine breitere Baumgröße gewählt. Aber das ist kontraproduktiv. Eine gut konzipierte Baumspitze liegt immer hinter dem Schulterblatt – auch in der Bewegung – und sollte lang genug sein, um den Widerrist vom Rippenbogen aus zu überspannen. Wenn die Baumspitze zu kurz oder der Sattel zu breit ist, sinkt der Sattel nach vorne. Und das ist genau das, was die Schulterfreiheit verringert.

Manche Pferde sind einfach schwieriger anzupassen

Obwohl ein gut passender Sattel in den meisten Fällen automatisch für Schulterfreiheit sorgt, gibt es Pferde, bei denen die Dinge ein wenig komplizierter sind. Zum Beispiel:

  • ein Pferd, das den Rücken stark beansprucht und den Sattel beim Reiten nach vorne drückt
  • eine Gurtnut, die weit vorne liegt, während der Sattel nach hinten bleiben sollte
  • oder eine nach unten gerichtete Stammrichtung, bei der die Sättel natürlich leichter nach vorne rutschen

In solchen Fällen ist es besonders wichtig, sich alle Teile des Sattels genau anzusehen: die Form des Baums, die Breite des Baums, die Form und Polsterung der Kissen und die Art des Gurtsystems.

In solchen Situationen sollten Sie Ihrem Sattler Raum zum Testen und zur Feinabstimmung geben. Manchmal muss man etwas suchen, und nicht alles lässt sich in einer Beratung lösen. Aber mit Aufmerksamkeit und Präzision finden Sie oft eine Lösung, die funktioniert und dem Pferd die Bewegungsfreiheit gibt, die es braucht.

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